Alexandra Bauer • 31 • Bremen

Gründerin des Schmucklabels ALEXASCHA


Hängt Erfolg tatsächlich nur vom Streben nach Ziel ab? Ist alles in unserer Hand und wir müssen nur danach greifen? Die Geschichte von Alexandra widerlegt diese optimistischen Theorien.

Wie es so ist, gleich nach ihrer Hochzeit musste Alexandra jedem und allen eine Auskunft geben, wann es nun mit den Kindern los geht. Als es nach einem Jahr immer noch keine gab, wurde nicht nur die Fragerei nervig, sondern auch die Tatsache, dass es noch nicht geklappt hat.

Die ersten Arztbesuche haben recht wenig ergeben. „Essen Sie mehr, Frau Bauer, sie sind zu schlank!“ sagte die Gynäkologin kompetent. Paar Monate später erfuhr Alexandra von einer Freundin von den Hormonspritzen und ließ sich in eine Kinderwunsch-Praxis überweisen. Dann fing die lange Reise vom Wunsch zur Erfüllung, wobei es bei diesem Thema ja keine Garantien gibt. Leider halfen die Hormone nicht. Schließlich kam die Diagnose „Tubare Sterilität“, was vereinfacht so viel wie „unfruchtbar“ heißt.

Was nun? Man ist frustriert, wütend und absolut hilflos. Man hofft und greift nach jedem Strohhalm. Wenn es auf natürlichem Wege nicht geht, soll es doch die Medizin ermöglichen. Beim ersten Versuch waren Alexandra und ihr Mann sich sicher – es würde klappen. Schließlich sind beide jung, gesund und optimistisch. Beim zweiten und dem dritten Mal war der Glaube an sich und die Ärzte nicht mehr so fest. Beim vierten waren die Nerven schon sehr dünn, körperliche Bereitschaft für ein weiteres hormonelles Experiment hielt sich auch in Grenzen. Und doch hat’s endlich geklappt! Es hat „nur“ paar Jahre, fünf Narkosen und etliche selbstgesetzten Spritzen gedauert.

Man kann viel vom Leben erwarten und ein großer Optimist sein, in manchen Sachen aber hilft keine Zuversicht und kein Fleiß. Nur mit viel Geduld und einwenig Glück wird man vielleicht doch noch belohnt. Die glücklich schwangere Alexandra ist sich sicher, sie wird es nochmal durchleben, schließlich braucht das Kind ein Geschwisterchen. Aber zuerst gilt: entspannen und genießen! Sie hat es sich verdient!


• WIR HABEN ALEXANDRA GEFRAGT

 

Wenn Du einen Tag aus Deinem Leben wiederholen könntest, welcher wäre das und warum?

Den Tag, an dem ich die Bauchspiegelung hatte und die Diagnose erfuhr, weil ich durch diese Herausforderung mir selbst viel näher gekommen bin und auch stärker, auch wenn ich das nicht gleich bemerkt hatte in dem ganzen Emotionschaos.

Wie alt willst Du werden?

Hm… definitiv alt! Aber mein Geist soll möglichst lange jung bleiben. Auch mit 100 ?

Hast Du ein (geheimes) Talent, von dem niemend weiß?

Ich kann anderen das Gefühl geben, dass sie gut im Haushalt sind ohne dass sie das aktiv wahrnehmen. Das Beispiel meiner Wohnung reicht dafür vollkommen aus ?

Was war das Mutigste, das Du in Deinem Leben getan hast?

Eigentlich bin ich ziemlich feige. Und ich schätze, das Mutigste war es, diese Tatsache anzuerkennen. Seitdem versuche meine Ängste in Griff zu bekommen und sie mit kleinen Schritten zu bekämpfen.

Welche Hoffnung hast Du und welche Hoffnung hast Du aufgegeben?

Die letzten paar Jahre haben es mir auf unterschiedliche Art und Weise gezeigt, dass ich nicht alles erreichen kann, was ich aktiv anstrebe. Das Universum hat wohl seine eigenen Vorstellungen und korrigiert nach. Aber ich hoffe, dass ich immer noch ein Glückspilzzeichen an mir trage und immer wieder von schönen, nicht geplanten Dingen überrascht werde.


ARMCANDYPOWER ARMBAND „ALEXANDRA“